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Eric Schmidt (2005)


Tschau Michel,

Es gibt wohl Dinge, die gibt's wirklich fast nicht… Im Pipe News habe ich den Witz auf Seite 18 gesehen.
Dazu muss ich Dir nun folgende Geschichte erzählen. Und wie ich zum Pfeifenraucher wurde.

Es war im Sommer 1961. Als Schüler rauchte man damals noch ganz im Versteckten. Da die Zigis mir zu gewöhnlich schienen, und die Stumpen nicht so edel rochen, versuchte ich mal die Pfeife vom Vater. Diese Pfeife war in einer Schublade untergebracht und in dieser Schublade befanden sich sonst eigentlich nur Dinge, welche mein Vater kaum je benützte - so eben auch seine einzige Tabakpfeife. Ich "borgte" mir also eines Tages diese Pfeife, kaufte noch einen Beutel Amsterdamer und verschwand mit meinen Kameraden in den Wald.

Beim Froschweiher angekommen, begannen die Kollegen zu rauchen. Erstaunt schauten sie, was ich denn da wohl treibe. Nach einigen Versuchen war es so weit und die Pfeife schmeckte herrlich. Das wurde nun am freien Nachmittag jeweils zelebriert. Man musste nur die Pfeife wieder zurücklegen, bevor der Vater zu Hause war.

Irgendwann kramte mein Vater etwas aus der besagten Schublade. Er roch die frisch gerauchte Pfeife und wusste wohl, dass weder er noch die Mutter und schon gar nicht die kleine Schwester dafür verantwortlich waren. Also begab er sich in mein Zimmer, um mit mir die Sache durchzusprechen. Meine Beklemmnis kann man sich wohl vorstellen.

Umso erstaunter war ich, als er mir die Pfeife gleich übergab mit den Worten: ich rauche sie nicht - aber scheinbar hast Du daran Gefallen gefunden - also rauch sie weiter. Aber ich will weder Reklamationen aus der Nachbarschaft, noch aus der Schule und wenn es dir dabei schlecht wird, musst du selbst
wissen was zu tun ist - putzen tust Du dann gefälligst selbst.


Nun ich rauche immer noch und habe auch immer noch Freude daran.
Eric Schmidt / eric.schmidt@gmx.ch