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*SM Uster 2009

*Wie aus einem Holzklumpen eine Pfeife entsteht

*Wettrauchen mit Genuss

*Österreichische Meisterschaf in Lienz

*Alex Kappeler Künstler mit vielen Facetten

*Von Skeletten und Pfeifen

*Reise nach Hamburg mit zur Tabakfabrik

*Leserpost

*Tipps vom Fachmann

*Smoke - Telescope

*20. Pfeifenraucherabend

*33. Schweizermeisterschaft in Yverdon les Bains

*Der Verband Öffentlicher Verkehr und die Raucher

*Tonpfeife für den Grittibänz

*Reise ins Tessin mit Besuch einer Pfeifenfabrik

*ZSM 18. September 04 im Hotel Anker Luzern

*Smoke - Telescope

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*"Feuer frei" und "Gut Rauch"

*Der PC Uster in Pontarlier

*Besuch bei Walter Forster- Künstler aus Leidensch

*Wenn die Pfeife vereint

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Kurt Lampart (2005)

Wie wir alle vernommen haben, soll auf den Winterfahrplanwechsel das Rauchen in allen Transportmitteln des VÖV verboten werden. Es wird uns Rauchern also wieder ein Stück unserer Lebensqualität genommen, ohne dass irgendwelche Alternativen vorher ernsthaft geprüft wurden. (Ganze Raucherwagen statt der getrennten Abteile). Dass in den Regional- und S-Bahnzügen rauchen nicht gestattet ist mag ja noch hingenommen werden, aber auf Fernreisen kann ich mir das schlicht nicht vorstellen.
Ich habe in der letzten Juni-Woche wieder mal eine grössere Bahnreise unternommen. Sie führte mich von Zürich über Chur, Tiefencastel, Pontresina nach Tirano, ich wollte mal die Albula- und die Berninastrecke als Eisenbahnfahrer erleben. Es war in der Tat ein grosses Erlebnis, besonders da ich Zeit und Musse hatte, während der Fahrt die eine und andere Pfeifenfüllung guten Tabaks zu geniessen, während ich die technischen und landschaftlichen Schönheiten und Besonderheiten bewundern konnte. Die Fahrt dauerte hin und zurück je 6 Stunden, und wenn ich mir vorstelle, diese ganze Zeit einfach da zu sitzen, ohne meine Pfeife rauchen zu können, dann graust mir vor weiteren Bahnreisen. Auch die Anreise zur Pfeifenraucher-SM in Yverdon dauerte immerhin 3 Std., genug Zeit also um sich ein leckeres Pfeifchen zu gönnen.
Ich habe mich jetzt also als Genussraucher geoutet, das ist aber nur eine Seite des Problems. Die andere Seite betrifft die Suchtraucher. Wenn ich Zigaretten rauche, gehöre ich auch dazu. Ohne den Vergleich mit den Alkoholikern zu bemühen, müssen wir doch feststellen, dass Sucht in jeder Form eine Krankheit ist, das wird uns jeder Arzt und jede medizinische Präventionsstelle bestätigen. Süchte bekämpft man aber nicht mit Zwangsmassnahmen, das wissen wir alle auch. Ein Angestellter des VÖV in einer oberen Charge begründete das Verbot mit dem Überhandnehmen der Haschraucher, mit Verlaub mein lieber Herr, aber doch nicht in den Fernreisezügen!
Gegenwärtig ist das Eidg. Schützenfest im Gang, erwartet werden zwischen 50- bis 60- tausend Schützen. Als es um die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ging (FA 18) haben diese Schützen mit einer Grossdemonstration auf dem Bundesplatz in Bern für die Beschaffung demonstriert. Wir Raucher sollten es ihnen nachmachen und für unsere Rechte demonstrieren und auf die Barrikaden gehen! Nicht nur das. In der Bundesverfassung steht festgeschrieben, dass in unserem Land niemand in irgendeiner Weise diskriminiert werden darf. Das beinhaltet auch den Schutz der Minderheiten und wir Raucher sind eine Minderheit, wenn auch zahlenmässig recht gross. Der VÖV spricht von einem Raucheranteil von ca. 20 - 30 %. Auch haben wir ein spezielles Anti Diskriminierungsgesetz. Es geht nun nicht an, dass wir das Rauchverbot einfach zur Kenntnis nehmen und uns sagen, dann fahr ich halt nicht mehr Eisenbahn! Wir müssen uns wehren gegen Diskriminierung in jeder Form!
Der VÖV diskriminiert uns nicht nur als (Genuss-) Raucher, sondern und vor allem die Suchtkranken und das geht nun wirklich zu weit. Das alles unter dem Deckmantel der Suchtprävention und der Volksgesundheit. Prävention beginnt zu einem ganz anderen Zeitpunkt und an anderen Orten, es ist schlicht eine neue Art der Bevormundung des erwachsenen Bürgers, der frei entscheiden kann, was er tun und lassen will.
Zu Überlegen wäre ein Klage vor Gericht eben wegen Diskriminierung, immerhin sind wir Raucher fast ein Drittel aller Fahrgäste des VÖV. Nur eben, für eine Einzelperson ist das ein aussichtsloses Unterfangen, schon der finanziellen Aspekte wegen, Da sollte und müsste ein Verband dahinter stehen, evtl. mit finanzieller Unterstützung seitens der Tabakindustrie. Die verhält sich im Übrigen eigentlich auch recht still, ich habe nicht eine einzige Reaktion von ihrer Seite auf diese Verbotsankündigung gelesen oder gehört. Wäre das nicht eine Herausforderung für unseren PCS?? Vor einer Klage könnten ja noch Verhandlungen betr. der Belassung der Raucherwagen in den Fernreisezügen geführt werden und die Klage erst als letztes Mittel zum Einsatz kommen.
Ich weiss, ich stemme mich gegen einen Trend, aber müssen wir denn wirklich Alles und Jedes das aus Amiland und von der EU kommt mittragen und nachmachen?
Das sind Gedanken und Überlegungen eines Pfeifenrauchers, der sich den Genuss nicht nehmen lassen will.
Das Halbtaxabo der SBB wird übrigens nicht erneuert werden.

Kurt Lampart / PC Uster